• Nahschuss

  • OT: Nahschuss
  • Regie: Franziska Stünkel
  • Besetzung: Lars Eidinger, Devid Striesow
  • Verleih: Alamode
  • Betreuung: Social Media & Online PR

Nahschuss

Der Psychologe Franz Walter (Werner Teske) erhält vom Auslandsnachrichtendienst der DDR ein vielversprechendes Angebot. Er soll als HVA-Mitarbeiter die DDR dabei unterstützen, sich auf die kommende Fußballweltmeisterschaft vorzubereiten. Dem Fußballfan wird im Gegenzug eine Professur in Aussicht gestellt. Franz ist begeistert: Ein paar erfolgreiche Jahre in der HVA und sein Professoren-Traum wird wahr. Im Gegenzug verpflichtet er sich zu uneingeschränkter Systemtreue.

Der ehrgeizige Franz ist gewillt, die an ihn gestellten Rollen-Erwartungen zu erfüllen. Er zieht in die HVA-eigene Wohnsiedlung und heiratet seine Freundin Corina, nicht aus Liebe, sondern um seinen Aufstieg zu beschleunigen.

Franz beginnt an dem System zu zweifeln, als er sich immer weiter in die Zersetzungspolitik des Geheimdienstes verstrickt. Zusammen mit seinem Kollegen Dirk wird er zu Auslandseinsätzen in die BRD geschickt. Im Umfeld eines geflüchteten DDR-Fußballers aktiviert er Agenten. Zunächst scheinen seine Aktivitäten lediglich dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser Informationsbedarf wird immer größer. Um Unbeteiligte zum Reden zu bringen muss Franz erpresserische Methoden anwenden. Das gehört zu den Arbeitsanforderungen. Franz wird unwohl. Er darf sich Niemanden anvertrauen. Sein Rückzug in die innere Isolation beginnt. Corina ringt um sein Vertrauen. Doch Franz hält sich strickt an das Redeverbot. Er vertraut Niemanden. Franz gerät unter immer größeren Druck die Erwartungen der HVA zu erfüllen. Er findet sich in einem Netz an Machenschaften wieder, das oppositionelle Kräfte zielgerichtet zersetzt. Franz will raus, aber es gibt keinen Weg. Die versprochene Professur existiert nicht. Franz weiß zu viel. Der Geheimdienst lässt ihn nicht gehen.

Franz beginnt zu trinken. Er hält es nicht mehr aus und entwendet geheimdienstliche Unterlagen, um diese nach einer erfolgreichen Flucht in die BRD dem feindlichen Geheimdienst BND als Eintrittsgeld übergeben zu können. Doch sein Fluchtplan kommt nicht zur Umsetzung. Die Flucht eines anderen HVA-Mitarbeiters löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende Franz’ Inhaftierung steht.

Während des Gefängnisaufenthalts wird mit allen Mitteln versucht Franz zu brechen. Er soll gestehen, dass er bereits im engen Kontakt mit dem BND gestanden hat. Franz macht klar: Er hatte keinen Kontakt zum BND. Die Flucht war bisher nicht mehr als eine Idee. Franz wird unter noch stärkeren Druck gesetzt: Corina habe als Spitzel gearbeitet und gegen Franz ausgesagt. Doch selbst eine perfide initiierte Begegnung zwischen dem inhaftierten Franz und Corina bringt der DDR Justiz keine Beweise. Doch trägt sie eine wichtige Erkenntnis für Franz ins sich: Liebe ist die Entscheidung Jemanden vertrauen zu wollen. Und er vertraut Corina.

Franz wird vor ein Militärgericht gestellt. Es gibt außer der Entwendung der Unterlagen noch immer keine Beweise für eine Flucht oder erfolgte Kooperation mit dem BND. Dennoch wird er in einem zur Abschreckung gedachten Schauprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Leiche wird verbrannt; die Asche im Gras verstreut.

„Nahschuss“ ist inspiriert von der Lebensgeschichte des Dr. Werner Teske, der 1981 in der DDR zum Tode verurteilt und wenig später hingerichtet wurde.